PALÄOPATHOLOGIE UND STRESSINDIKATOREN
Paläopathologie: darunter versteht man jene Krankheiten, welche an anthropologischen Funden aus der Vergangenheit festgestellt werden können.
Primäre Quellen: Knochen, mumifizierte Überreste und Spuren von Parasiten.
Sekundäre Quellen: Antike Schriftquellen, Kunstdenkmäler.
Stressindikatoren: sind durch Stress hervorgerufene morphologische Veränderungen an Knochen und Zähnen. Diese können sowohl durch die tägliche Arbeit, als auch durch periodisch immer wieder auftretendem Stress unterschiedlicher Natur hervorgerufen werden.
Ein Streifzug durch Medizin, Anthropologie und Archäologie: die Paläopathologie ist eine Wissenschaft die Krankheiten vergangener Epochen und ihre Entwicklung im Laufe der Zeit untersucht. Sie stellt eine Disziplin dar, welche die Untersuchungsmethoden der Anatomie, Anthropologie und Archäologie vereint (Grilletto et al. 2004 p 27).
„ Die Besonderheit der paläopathologischen Methodik äußert sich in seiner Vielseitigkeit und Komplexität, begründet in der Vielschichtigkeit der zu untersuchenden Studienobjekte“ (Capasso 2002 p 1).
Ergänzend zu den paläopathologischen Untersuchungen wurden weiterführende Analysen am vorhandenen Knochenmaterial berücksichtigt. Dazu zählen beispielsweise Anomalien des Knochenmaterials, Ungleichmäßigkeiten des Knochengerüsts, Geburtsmerkmale und occupational markers. Alle diese Daten erlauben einen generellen Einblick in die Lebensbedingungen vergangener Kulturen und ihrer gesellschaftlichen Entwicklung.